Hier gibts die Fotos...

Einführung:

Die hier dargestellten Messergebnisse sind das Resultat eines 8-tägigen Geländepraktikums im SS 2005 der Abteilung Geophysik des Instituts für Geowissenschaften an der CAU Kiel. Teilnehmende waren sowohl Studierende der Geophysik, als auch der Geologie.

Leitung + Betreuung: H.-J. Götze, G. Gabriel, R. Hackney, B. Lahrmann, S. Schmidt, D. Vogel

Teilnehmer: Genet Athop, Venke Giszas, Geraldine Haas, Jochen Kollefrath, Nils Köther, David Rose, Henning Salchow, Christian Schwab.

Untersuchungsgebiet:

Südwestlich von Quickborn liegt die NW-SE streichende "Ellerbeker Rinne", eine heute an der Oberfläche nicht mehr sichtbare bis zu ca 450 Metern tiefe quartäre Rinne.

"Eiszeitliche Rinnen sind in Norddeutschland und den angrenzenden Staaten weit verbreitet. Ihre Rolle als wichtige Grundwasserreservoire bei gleichzeitig hohem Kontaminationspotenzial zwingen zu einer intensiven Erkundung, damit die Rinnen auch in der Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Trinkwasserversorgung leisten können."

Zitat aus: Wiederhold et al., Z. Angew. Geol. 1/2002

Die folgende Abbildung zeigt das regionale Bouguerschwerefeld der Landesvermessung, wobei niedrige Schwerewerte blau und hohe Schwerewerte mit roten Farbtönen hervorgehoben wurden. Der Verlauf der Ellerbeker Rinne ist in dieser Abbildung durch dünne schware Isolinien, die NW-SE streichen, (Mächtigkeit der quartären Sedimente) markiert

Das in unserem Geländepraktikum bearbeitete (und in den weiteren Abbildungen weiter unten dargestellte) Gebiet ist durch ein blaues Rechteck markiert.

Regionale Bougueranomalie

Ergebnisse des Geländepraktikums:

Im Rahmen des Geländepraktikums wurde an 437 Stationen Messungen der Schwere durchgeführt, sowie die Position der Messtation mit GPS, und ihre Höhe durch ein Nivellement bestimmt. Nach den üblichen Korrekturen der Schweremessungen wurde die Bougueranomalie berechnet, die in der folgenden Abbildung dargestellt ist. Sie zeigt denselben ausgeprägten Nord-Süd-Trend, wie das Regionalfeld in der Abbildung oben.

Bougueranomalie

Berechnung des Residualfeldes:

Um die in der gemessenen Bouguerkarte vorherrschenden großen Wellenlängen, deren Quellen in größerer Tiefen zu suchen sind, zu eliminieren, wurde das eingangs gezeigte Regionalfeld der Landesvermessung von der Bouguerkarte subtrahiert. Übrig bleiben nur die kurzwelligen Anteile, von denen man weiß, dass sie aus relativ oberflächennahen Quellen stammen müssen. Dieses sogenannte Residualfeld wird in der folgenden Abbildung gezeigt.

Um eine (zumindest qualitative) Interpretation bzw. Korrelation zu ermöglichen, wurden dem Residualschwerefeld die Isolinien der Mächtigkeit quartärer Sedimente überlagert. Zusätzlich können die erbohrten Tiefen der Basis des Quartärs angezeigt werden:

Animation: Zeige Tiefe des Quartärs in den Bohrungen

Es zeigt sich eine deutliche Korrelation von Schwerefeld und quartären Sedimenten, wobei zu beobachten ist, dass im südlichen Teil des Messgebietes hohe Quartärmächtigkeiten mit negativen Schwereanomalien korrelieren, die im nördlichen Messgebiet jedoch mit positiven Anomalien verknüpft sind. Diese unterschiedliche geophysikalische Signatur spegelt die komplexen Sedimentationsverhältnisse wieder, und ist ist typisch für den Norddeutschen Raum (Wiederhold et al., 2002).

gemessenes Reidualfeld

Ausblick:

Die hier gezeigten Anomalien sind zur Zeit noch nicht interpretiert worden - dies soll in einer weiteren Lehrveranstaltung im Wintersemester 2005/2006 geschehen.

Danksagung:

Die Lehrveranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit der GGA (Hannover) und dem Lanu (Flintbek) durchgeführt. Für diese reibungslose Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und der Durchführung der Messungen möchten wir G. Gabriel, W. Scheer und D. Vogel danken, insbesondere aber R. Kirsch vom Lanu, der uns das Untersuchungsgebiet sowohl durch einführende Vorträge als auch durch eine spannende Exkursion in die Liether Kalkgrube nahe brachte.

Schluss-Präsentationen:

LANU-Hajo.ppt
LANU-VortragHenning.ppt
Lanu_Vortrag_NilsVenke.ppt
LANU-VortagDavidJochen-2.ppt
LANU_VortragPhilipp.ppt

Literatur:

Wiederhold, H., Agster, G., Gabriel, G., Kirsch, R., Schenck, P.-F., Scheer, W. und Voss, W., 2002: Geophysikalische Erkundung eiszeitlicher Rinnen im südlichen Schleswig-Holstein. Z. Angew. Geol. 1/2002, p. 13-26.